Archiv der Kategorie: Rechtliches

Blogger-Relations Bullshit-Bingo

„Blogger Relations“, so nennt man es, wenn Unternehmen auf Blogs werben möchten. Wer selbst bloggt wird irgendwann – spätestens mit einem gewissen PageRank – E-Mails mit „Kooperationsanfragen“ und ähnliches bekommen haben. Mitunter sind dort ziemlich unseriöse und rechtswidrige Angebote dabei, zum Beispiel wenn bezahlte Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden sollen.

Obendrein ist auch die angebotene Bezahlung teilweise lächerlich, etwa wenn nur Gutscheine oder gar gar nichts dabei rausspringen soll. @Kirschvogel hat zu all diesen Floskeln, die einem bei solchen Anfragen begegnen, ein Bullshit-Bingo gemacht.
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Emojis – Datenschutz à la WordPress

Mit WordPress 4.2 gibt es jetzt auch Emojis in WordPress. Und damit direkt auch schon wieder ein Datenschutz-Problem wie bei der Integration der Google Fonts.

Emojis Datenspuren

Denn WordPress lädt nun ein JavaScript in den wp_head, der die Codes zwar aus einer lokalen JavaScript lädt, jedoch auch eine Verbindung zu s.w.org aufbaut, wo die WordPress-Macher diverse Sachen hosten – unter anderem auch die Audios und Videos, die man auf der Seite sieht, wo die neuen Funktionen vorgestellt werden.
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Amazon: Keine Vergütung für Schulen + Fördervereine

Amazon hat auf das Urteil zur Bücherkosten-Werbeestattung bei Schulfördervereinen reagiert. Wie ich schon schrieb, hatte ein Föderverein einer Schule dazu aufgerufen, die Schulbücher über einen Affiliate-Link zu kaufen, bei dem die Werbekostenerstattung dem Förderverein zugute kam. Die Richter des LG Berlin urteilten, dass dies rechtswidrig war, unter anderem, weil die Werbekostenerstattung mittelbar den Schülern zugute kam.

In seinen neuesten Partnernet-Teilnahmebedingungen hat Amazon solche Vergütungen mit einem Zusatzsatz nun ausgeschlossen:

Unbeschadet der auf dieser Seite beschriebenen Werbekostenerstattungssätze oder anderslautender Bestimmungen in den Teilnahmebedingungen gilt: Wenn Sie eine Schule, ein Schulförderverein, ein Elternverband einer Schule, eine Universität oder Fachhochschule oder eine Partei sind, die mit einer solchen Institution verbunden ist, beträgt der feste Werbekostenerstattungssatz für die Produktkategorien Bücher und eBooks 0 %.

Diese Teilnahmebedingungen gelten ab dem 1. Oktober 2014. Wer meint, dass Amazon darüber traurig ist, der irrt. Amazon war in dem Verfahren angeklagt und hätte in die nächste Instanz gehen können, doch das ist nicht passiert. Zum einen wohl nicht, weil ein weiteres Verfahren wegen der Buchpreisbindung nicht viel Sinn macht.

Amazon auf Elternfang

Zum anderen aber wohl auch, weil Amazon weiß, wie es Eltern auch ohne Schulfördervereine zum Einkauf anlockt: In diesem Jahr gab es – meines Wissens nach erstmals – die Möglichkeit, eine Liste mit allen Schulmaterialien per E-Mail an Amazon zu schicken, Amazon hat dann einen Wunschzettel mit allen Materialien zurückgeschickt. Eltern und Lehrer wurden explizit angesprochen:

Eltern, diesen Link können Sie dann auch Freunden weiterleiten, die damit den gesamten Bedarf mit ein paar Mausklicks einkaufen können.
Lehrer, diesen Link können Sie dann auch den Eltern Ihrer Klassen weiterleiten, die damit den gesamten Bedarf mit ein paar Mausklicks einkaufen können.

Dem Buchhandel, der das Gerichtsverfahren angestrengt hatte, dürfte das weniger schmecken. Rechtlich ist dem hingegen nichts auszusetzen.

Amazon Partnernet: Vorsicht bei Buch-Links

Für Mitglieder im Amazon Partnernet heißt es vorsichtig sein: Auch die „mittelbare Zuwendung“ der Werbekostenerstattung verstößt gegen die Buchpreisbindung. Das hat das Landgericht Berlin in einem aktuellen Urteil entschieden, der Börsenverein des deutschen Buchhandels hatte gegen Amazon geklagt.

Der Fall ist schnell erzählt: Die Richter am LG Berlin haben entschieden, dass Amazon keine Werbekostenerstattung an einen Förderverein einer Schule ausschütten darf. Der Förderverein hatte die Eltern und Schüler dazu aufgerufen, die Schulbücher über den Affiliate-Link des Fördervereins bei Amazon zu kaufen. Die Gründe aus dem Urteil (PDF):
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Impressumspflicht bei XING-Profilen

Man mag es kaum glauben, aber in immer mehr sozialen Netzwerken gilt für deutsche Nutzer eine Impressumspflicht. Voraussetzung dafür ist, dass man das Profil zu geschäftlichen Zwecken nutzt. Nach Facebook und Google+ hat es nun auch XING getroffen.

xing-impressum-link

Am 3. Juni 2014 hat das Landgericht München I (Az. 33 O 4149/14) geurteilt, dass XING-Profile eine „geschäftliche Handlung“ seien und jedes XING-Profil demnach der Impressumspflicht unterliege, da man seinen Berufsstand, Arbeitgeber und berufliche Qualifikationen angeben und dadurch das Geschäft seines Arbeitgebers ankurbeln könnte:
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